Wenn das Herz weich ist,

zeigt sich der Guru von selbst

 

„Das kann dein letztes Leben sein.“

(Pran Krshna das Babaji)

Mein geliebter Guruji Pran Krishna das Babaji

Pran Krishna Das Babaji Maharaj wurde im Jahr 1918 im Dorf Dakshin Dhaka in eine Vaishnava-Familie hineingeboren. Er gehört dem Nityananda Parivar an, einer traditionsreichen Linie innerhalb der Brahma-Madhva-Gaudiya-Sampradaya. Seine Guru-Parampara geht auf Sri Nityananda Prabhu und Sri Jahnava Thakurani zurück.

Das höchste Ideal dieser Tradition besteht darin, den Fußspuren Srimati Radharanis zu folgen und unter ihrer Führung reine, selbstlose Liebe und hingebungsvollen Dienst für Sri Krishna zu entwickeln. Bis heute lebt Guruji am Radha Kund, dem heiligsten Pilgerort der Gaudiya-Vaishnavas und dem ewigen Aufenthaltsort Srimati Radharanis.

Als ich Guruji vor vielen Jahren zum ersten Mal am Radha Kund begegnete, war das kein Zufall. Es war ein weiterer entscheidender Schritt auf meinem spirituellen Weg. Tatsächlich erschien er mir zunächst im Traum. Während meines Aufenthalts in Nepal sagte mir eine Schamanin, ich solle zum Radha Kund reisen, denn dort würde mich eine besondere Segnung erwarten. Ich folgte diesem Rat und reiste nach Indien. Dort begegnete ich schließlich Guruji. Auf einem Feldweg schenkte er mir meinen spirituellen Namen, und später erhielt ich im Tempel die formelle Einweihung mit den heiligen Mantras.

Alles, was ich empfangen durfte, ist allein die grundlose Barmherzigkeit von Pran Krishna Das Babaji Maharaj sowie von Sri Sri Radha-Krishna. Als gefallene Seele besitze ich keinerlei Qualifikation. Was mir zuteilwurde, geschah einzig aus ihrer grundlosen Barmherzigkeit.

 

Srila Praphupada

Mit zwölf Jahren erhielt ich aus unerklärlichen Umständen das Buch von Śrīla Prabhupāda „Leben kommt von Leben“. Ich lebte damals nicht in einer Großstadt, sondern in einer Stadt mit etwa 7.000 Einwohnern. Daher war es ungewöhnlich, auf welchem Weg dieses Buch zu mir gelangte. Ich las es und es eröffnete mir eine neue, zugleich jedoch auch auf seltsame Weise vertraute Sicht auf das Leben. Es inspirierte mich sehr, und ich rief anschließend einen ISKCON-Tempel an. Die Telefonnummer befand sich auf der letzten Seite des Buches.

Einige Jahre später, mit 16 Jahren, erhielt ich die „Bhagavad-gītā“ von einem Mitglied der Hare-Krishna-Bewegung. Mit 18 Jahren durfte ich schließlich den ISKCON-Tempel in Köln kennenlernen, und die damalige Tempelpräsidentin Asanga Devi Dāsī unterstützte mich sehr auf meinem Weg und war mir wie eine spirituelle Mutter. Ich half aktiv bei der Renovierung des Tempels, im Restaurant sowie bei der Verteilung von Prasādam mit.

Diese Erfahrungen vertieften mein Verständnis für das Leben in einer spirituellen Gemeinschaft und zeigten mir, wie Demut und Hingabe im Alltag gelebt werden können.

 

Weltlicher Hintergrund

Ich begann mein Studium der Sozialpädagogik erst mit 27 Jahren, geprägt von schwierigen Lebensumständen und der Notwendigkeit, mich eigenständig und ohne familiäre Unterstützung zu behaupten.

Ich erwarb das Diplom in Sozialpädagogik mit den Schwerpunkten Medienpädagogik, Kinder- und Jugendhilfe sowie Bildungs- und Beratungsarbeit mit Frauen. Meine Diplomarbeit verfasste ich zum Thema „Metaphysische Medienanthropologie im Kontext des Films Matrix unter Berücksichtigung von Aspekten der Philosophie, Religionswissenschaft und Medienpädagogik“.

Ergänzend dazu bin ich Heilpraktikerin für Psychotherapie sowie systemische Beraterin für Familientherapie und Coaching. Darüber hinaus bin ich Yoga-, Ayurveda- und Guo-Lin-Qigong-Lehrerin sowie ausgebildete Gesundheitspädagogin und Reiseleiterin.

Seit vielen Jahren arbeite ich mit Film und Fotografie. Meine Arbeiten sind erzählerisch geprägt und suchen nicht nach Effekten, sondern nach Tiefe – nach neuen Zugängen zum Leben und zur Wahrnehmung. Mir geht es darum, sichtbar zu machen, was oft übersehen wird.

Musik begleitet mich seit meiner Kindheit. Als Perkussionistin und Multi-Instrumentalistin habe ich viele Instrumente gespielt. Heute löse ich mich zunehmend davon, mich über äußere Bühnen oder das Präsentieren im Außen auszudrücken. Mein Ausdruck verlagert sich immer mehr nach innen – hin zu einem inneren Kirtan, der keine äußere Bühne mehr braucht und auch nicht mehr sucht.

Das Schreiben ist und wird für mich zu einem zunehmenden Ausdrucksraum innerer Erfahrung und Bewusstwerdung. Worte entstehen dabei weniger als reine Beschreibung, sondern als Bewegung zwischen Wahrnehmung, Erinnerung und Stille. Im Schreiben zeigt sich etwas, das sich im Inneren bereits vollzieht – oft bevor es gedacht oder verstanden werden kann.

In den vedischen Schriften wird der Klang (śabda) als eine grundlegende Dimension von Wirklichkeit beschrieben. Sprache ist darin nicht nur Kommunikation, sondern Ausdruck eines schöpferischen Prinzips. In diesem Sinne wird Schreiben zu einem inneren Hören – einem Lauschen auf das, was sich durch Worte offenbaren möchte.

 

 

 

Meine Familie in diesem Leben

Ich wurde in eine deutsch-armenische Familie hineingeboren, in der ein großer Teil meiner armenischen Verwandten beim Genozid ermordet wurde. Einen solchen familiären Hintergrund zu haben, macht das Leben nicht einfacher, aber oft auch tiefer.

Meine Eltern waren Atheisten, dennoch gab es in unserer Familie auch christliche Einflüsse. Ich wuchs ohne Geschwister und ohne Großeltern in Deutschland auf. Schon früh musste ich mich mit schwierigen familiären Umständen auseinandersetzen: Die großen kulturellen Unterschiede meiner Eltern führten zu Konflikten, die mich dazu zwangen, das Leben, mich selbst, Beziehungen sowie gesellschaftlich-kulturelle Normen kritisch zu hinterfragen. Dadurch lernte ich früh, Verantwortung zu übernehmen und schneller erwachsen zu werden, als es für ein Kind üblich ist.

Mit zwölf Jahren entschied ich mich, Vegetarierin zu werden. Mit siebzehn verließ ich das Elternhaus und begann ein Leben voller Ungewissheit, aber auch Freiheit. Ich lebte zeitweise bei Freunden, in einer buddhistischen Gemeinschaft in Bonn und später in einer alternativen Gemeinschaft mit etwa 40 Menschen in Köln.

All diese Erfahrungen lehrten mich, dass mein Bedürfnis nach einem selbstbestimmten, spirituellen Leben stärker war als jede Angst vor dem Unbekannten.

Beziehungen und mein Weg als Brahmacharini

In Beziehungen stand für mich nie der Körper oder das Geschlecht im Vordergrund, sondern stets die seelische Verbindung zu einem Menschen. Ich nehme Menschen in erster Linie auf einer inneren Ebene wahr. Weltliche Beziehungen, die auf Sinnlichkeit, Lust und der Erfüllung persönlicher Wünsche beruhen, haben mich nie wirklich angesprochen. Der äußere Genuss ist vergänglich. Was mich hingegen bewegt, ist die Frage, wie zwei Menschen sich gegenseitig auf ihrem spirituellen Weg unterstützen und gemeinsam ihre Beziehung zum Göttlichen vertiefen können.

Für mich bedeutet Beziehung vor allem, gemeinsam eine Ausrichtung auf das Spirituelle zu finden und Bhakti miteinander zu praktizieren. Im Mittelpunkt steht nicht der Wunsch, einander möglichst viel weltlichen Genuss zu schenken, sondern sich gegenseitig dabei zu unterstützen, die Liebe zu Sri Sri Radha und Krishna, zum Göttlichen zu vertiefen. Eine Beziehung erhält für mich ihren eigentlichen Sinn erst dann, wenn sie zu einem gemeinsamen Weg der Hingabe wird.

In den vedischen Schriften wird die materielle Welt als vergänglich (anitya) beschrieben, während die Seele (ātman) ewig ist. Alles, was ausschließlich auf den Körper und die Sinne ausgerichtet ist, unterliegt dem Wandel der Zeit. Bhakti richtet den Blick hingegen auf das Ewige. Deshalb empfinde ich eine seelische und spirituelle Verbundenheit als weitaus bedeutsamer als eine Beziehung, die überwiegend auf körperlicher oder romantischer Anziehung beruht.

Ob Sri Sri Radha und Krishna es vorsehen, dass sich in meinem Leben eines Tages eine spirituelle Beziehung auf der Grundlage gemeinsamer Bhakti ergibt, überlasse ich ganz ihrem Willen. Ich verstehe den Weg als Brahmacharini nicht in erster Linie als Verzicht, sondern als eine innere Ausrichtung, die mein Leben bis heute auf natürliche Weise prägt.

 

„Gib alle anderen Zufluchten auf und nimm allein bei Mir Zuflucht.“

Bhagavad Gita